Zeitungsartikel aus der Bergedorfer Zeitung online 2009

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Meldungen: Vier- und Marschlande

Mittwoch, 25. November 2009 04:00

Platt und Hochdeutsch

Auf einen kurzweiligen Abend können sich die Besucher freuen, die am Sonnabend, 28. November, ins Alte Spritzenhaus an den Billwerder Billdeich 254 kommen. Auf Einladung der "Dorfgemeinschaft Billwärder an der Bille" kommen Hertha Schmidt und Ohnsorgschauspieler Nils Owe Krack. Sie unterhalten mit "Platt und Hochdeutsch am Abend". Beginn ist um 19 Uhr.
Entwicklung
Dorfgemeinschaft ist enttäuscht von Senatorin
Mittwoch, 25. Februar 2009 02:04
Billwerder (tba/ten). Der Schutz und die Erhaltung des dörflichen Charakters von Billwerder - dafür hat sich die Dorfgemeinschaft Billwärder an der Bille in den vergangenen Jahren stark gemacht, und dafür werden die Mitglieder auch in diesem Jahr alle Kraft aufwenden.
Das machte Ina-Maria Schertel vom Vorstand während der Hauptversammlung deutlich, zu der sich die Vereinsmitglieder jetzt im Alten Spritzenhaus, dem Vereinshaus, am Billwerder Billdeich trafen.
Ein Brennpunkt ist das von der Stadt geplante Gewerbegebiet am Mittleren Landweg. Zwar ist die Dorfgemeinschaft mit der CDU im Gespräch, "ohne jedoch konkrete Ergebnisse zu erzielen", sagte Karl Knickelbein vom Vorstand. Enttäuscht ist der Verein von der Stadtentwicklungs- und Umweltsenatorin Anja Hajduk (GAL). Sie sei derzeit an einem Gespräch nicht interessiert, da der Abstimmungsprozess mit der CDU noch nicht abgeschlossen sei.
Probleme gebe es auch beim Thema Einschränkung beziehungsweise Verbot des Lkw-Verkehrs auf dem Mittleren Landweg und dem Billwerder Billdeich. Die Senatorin verweise an das Bezirksamt Bergedorf, da die Bezirksstraßen nicht im Zuständigkeitsbereich ihrer Behörde lägen. "Wir bleiben hier aber am Ball", so Karl Knickelbein, "unser Verein hat 240 Mitglieder. Mit so einer Lobby sollte man etwas bewegen können."
Auch auf anderer Ebene will die Dorfgemeinschaft dazu beitragen, die Kulturlandschaft und das dörfliche Leben zu erhalten und zu fördern. So ist sie beim Dörferfest mit dem Nachbardörfern Allermöhe, Moorfleet und Reitbrook im Juli dabei. Geplant sind zudem ein Frühlings-/Sommerfest, Vorträge und eine Weinprobe. Nach der satzungsgemäßen Wahl besteht der Vorstand aus Ina-Maria Schertel, Karl Knickelbein, Edith Lütjens und Gabriele Groddeck. Kathrin Weber schied aus beruflichen Gründen aus.
 

Dörferfest

Große Freude über die Spenden

Mittwoch, 15. Juli 2009 18:49

Billwerder. Ordentlich Gewicht hatten die beiden großen Briefumschläge, die Pastor Sven Lundius jetzt zum Fototermin vor dem Kulturheim am Mittleren Landweg mitgebracht hatte: Jeweils 544,59 Euro, zum Teil in kleinen Münzen, waren darin. Gewicht auch im übertragenen Sinn: Dieser Reinerlös aus den Einnahmen des „Dörferfestes“ ging an den Kinderkirchenchor „Deichspatzen“ und die „Elbe-Werkstätten“.
Dörferfest
Foto: Wiebke Schwirten

Die Organisatoren des Dörferfests freuen sich, dass die Spende gut ankommt: (hinten, von links): Horst Rettiek (Billwärder Turnverein), Günter Schmoll (Arbeitsgemeinschaft Moorfleet), Norbert Kielhorn, Joachim und Brigitte Köhler, Bärbel und Rainer Tesch (alle Bürgerinitiative „milan“), Pastor Sven Lundius, Duddi Rohde (Bille Boys), Susanne Rohde-Schroller (Landfrauen AMR). Vorne, von links: Kerstin Oest (FF Reitbrook), Carsten Adden (Elbe-Werkstätten), Juliane Brachvogel (Deichspatzen) und Ina-Maria Schertel (Dorfgemeinschaft Billwärder).
Dort sind die knapp 1090 Euro bestens aufgehoben, wie die Chorleiterin Juliane Brachvogel und Carsten Adden von den Elbe-Werkstätten den Dörferfest-Organisatoren jetzt berichteten. Von einem Teil der Spende soll die Hockey-Betriebsmannschaft der Elbe-Werkstätten dringend notwendige, neue Trikots bekommen. „Den Rest investieren wir in eine Reise im September. Dann fährt eine 24-köpfige Gruppe an die Ostsee“, sagt Adden. Juliane Brachvogel möchte ihre Chorkinder mit stabilen Notenmappen ausstatten und weitere T-Shirts mit dem Deichspatzenlogo anschaffen. Zudem wird immer Geld für Noten benötigt. Mittlerweile zwitschern schon 30 Deichspatzen in dem Kinderchor der Kirchengemeinde Allermöhe-Moorfleet-Reitbrook.
Pastor Sven Lundius dankte den Mitstreitern des Dörferfestes, das am 5. Juli am Kulturheim für kurzweilige Spiele, Informationen, kulinarische Genüsse und Musik gesorgt hatte, für ihren Einsatz. Besonders der Kuchenverkauf der Landfrauen Allermöhe-Moorfleet-Reitbrook hatte die Spendenkasse gefüllt – und zudem für besondere Leckereien gesorgt, da waren sich alle einig. Doch keiner der Beteiligten solle sich vernachlässigt fühlen: „Alle haben sich toll engagiert. Vielen Dank!“, versicherte Lundius.
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Feier

Tolle Spiele und knifflige Fragen beim Dörferfest

Montag, 6. Juli 2009 02:18

Billwerder (ilk). Das Bewertungssystem war das gleiche wie in der Formel Eins: Es gab zehn Punkte für den ersten Platz, acht für den zweiten, sieben für den dritten und so fort. Nur in Sachen Geschwindigkeit konnten die Fahrer nicht ganz mit der echter Rennwagen mithalten.
Kein Wunder, mussten die erwachsenen Teilnehmer in dieser Disziplin des "Spiels ohne Grenzen" doch die 20 Meter lange Strecke auf für sie viel zu kleinen "Bobby-Cars" überwinden. Die Zuschauer, die am Sonntag zahlreich zum Dörferfest am Kulturheim Mittlerer Landweg gekommen waren, amüsierten sich dabei prächtig.
Weniger action- als lehrreich ging es am Stand der Dorfgemeinschaft Billwärder an der Bille zu. Wie heißt die Vereinigung, die sich in den Marschen um den Erhalt alter Traktoren bemüht? Und durch welche Flüsse wird die Landschaft Billwerder begrenzt? So lauteten zwei der Fragen im Quiz rund um die Dörfer Allermöhe, Moorfleet, Billwerder und Reitbrook, deren Vertreter das Fest bereits zum dritten Mal gemeinsam auf die Beine gestellt hatten. Karl Knickelbein gab den Teilnehmern zwar Tipps, trotzdem fand Fernando Matos: "Ganz schön knifflig, aber wir wohnen auch erst seit einem Jahr in Allermöhe."
Sven Lundius, Pastor in St. Nikolai und der Dreieinigkeitskirche war mit dem Verlauf des Dörferfestes zufrieden: "Schon zu unserem Open-Air-Gottesdienst am Vormittag, den ich zusammen mit Wolfgang Glöckner gestaltet habe, sind mehr als 60 Menschen gekommen. Die Kinder haben 'Der verlorene Sohn' nachgespielt, ein voller Erfolg."
Neben Kaffee, Kuchen und Currywurst wurde bei sommerlich-heißen Temperaturen vor allem manch erfrischendes Alsterwasser nachgefragt. Der Verkaufserlös aller Stände fließt in einen Fördertopf zugunsten der Elbe-Werkstätten und des Kinderchors "Deichspatzen".

 

Freizeit

Vier Dörfer feiern ein großes Fest

Mittwoch, 24. Juni 2009 21:49 - Von Thomas Heyen

Billwerder. Es soll ein buntes Fest werden, das die Menschen aus Allermöhe, Moorfleet, Billwerder und Reitbrook näher zusammenbringt: Am Sonntag, 5. Juli, wird von 10 bis 18 Uhr im und rund ums Kulturheim Mittlerer Landweg ein „Dörferfest“ gefeiert.
Dörferfest
Foto: Thomas Heyen

Repräsentanten der vielen Vereine, Verbände und Institutionen, die das große „Dörferfest“ auf die Beine stellen, vor dem Kulturheim am Mittleren Landweg 78.
15 Vereine, Verbände und Institutionen aus den vier Dörfern organisieren das Fest, bieten vor Ort Unterhaltung für Jung und Alt.
Das „Dörferfest“ wird zum dritten Mal gefeiert. Die Idee zu einem dorf- und vereinsübergreifenden Fest entstand bei einem Koordinationstreffen der Vereine aus der Region. Der Gewinn, der am 5. Juli an den verschiedenen Ständen erwirtschaftet wird, soll gespendet werden. „Er kommt den Elbe-Werkstätten in Neuallermöhe und dem Kinderchor ‚Die Deichspatzen’ zugute“, sagt Sven Lundius, Pastor der Dreieinigkeitskirche in Allermöhe.
Beginn des Festes ist um 10 Uhr mit einem Open-Air-Gottesdienst, den Lundius und sein Kollege Wolfgang Glöckner (Kirchengemeinde Moorfleet/Ochsenwerder) halten. Danach wird gegrillt, gibt es Kaffee und selbstgebackenen Kuchen. Die Dorfgemeinschaft Billwärder an der Bille lädt zu einem Quiz ein, bei dem die Teilnehmer ihr Wissen über die vier Dörfer unter Beweis stellen können. „Für jeden jungen Teilnehmer gibt’s eine kleine Belohnung“, sagt Ina-Maria Schertel von der Dorfgemeinschaft, die auch das neue Billwerder-Buch präsentiert.
Geschichtenerzählerin Tina Wabner hat für die (jungen) Besucher fantasievolle Abenteuer parat, die Spiel- und Krabbelgruppe „Krümelmonster“ verkauft Acrylbilder, Masken und Tontöpfe, die von den Kindern erstellt wurden. Der TOCH lädt zu Rundfahrten auf einem Traktoren-Oldtimer ein.
Das Musikprogramm gestalten die „Bille Boys“ aus Bergedorf und Geesthacht mit Rock-, Country- und Blues-Klassikern, der Musikzug der FF Reitbrook, die „Deichspatzen“, der Billwerder Kirchenchor (Oldies/Evergreens) und eine Trommelgruppe aus Allermöhe. Der Turnverein Billwärder bittet zu einem „Spiel ohne Grenzen“, für das die Besucher des Festes spontan fünf Spieler starke Teams bilden können. Ihre Aufgaben werden erst zum Start des Spiels verraten.
„Sehr dankbar sind wir dem Jugend- und Kulturverein Billwerder dafür, dass er uns das Kulturheim kostenlos zur Verfügung stellt“, sagt Lundius.

 

Billwerder Billdeich

Diese Eschen bekommen jetzt einen Kopf

Donnerstag, 5. März 2009 02:40

Billwerder (ten). Als die "Dorfgemeinschaft Billwärder an der Bille" vor 20 Jahren Eschen am Billwerder Billdeich pflanzte, tat sie dies mit einem Ziel: Sie sollten einmal zu buschigen Kopfeschen werden und so das früher gängige Dorfbild wieder beleben.
Jetzt ist es soweit: Ein gutes Dutzend der Eschen soll am Billwerder Billdeich 118 bis 126 beschnitten werden, um dann in die typische Form zu wachsen.
Die Dorfgemeinschaft ruft nicht nur ihre Mitglieder auf, die Säge zu schultern, Arbeitshandschuhe einzupacken und am Sonnabend, 7. März, ab 10 Uhr zur Tat zu schreiten. Jeder, der mag, darf helfen. Treffpunkt ist an den gegenüberliegenden Höfen Stubbe und Schertel (Hausnummern 121 und 118).
Der Lohn ist vielfältig: Es wird nicht nur in netter Runde etwas für den Erhalt des Dorfbildes und der Natur getan. Zudem dürfen die fleißigen Helfer das Schnittholz mitnehmen.
Es lässt sich nach geeigneter Trocknung nicht nur im Kamin verbrennen. Es taugt auch für die Korb- und Kiepenflechterei, für Gerätestiele oder als Wuchshilfen für Gemüse (Bohnenstangen). Dickere Äste eignen sich als Zaunpfähle.
Ina-Maria Schertel vom Vorstand der Dorfgemeinschaft hat sich eingehend mit dem Thema Kopfeschen befasst und spricht von "Baumkostbarkeiten" und "individuellen Baumpersönlichkeiten", die durch den radikalen Rückschnitt entstehen.
Die Bäume am Billdeich sollen in etwa zwei Metern Stammhöhe gekappt werden. Das kostet sie die Krone. Doch aus der "Verstümmelungsstelle" werden besonders lange Ausschläge wachsen, das Ende des Stammes verdickt sich "kopfartig". Ein oft derart beschnittener Baum wird morsch, entwickelt viel sogenanntes Mulmholz und Höhlen. Diese Entwicklung ist gewollt - zum Wohle der Artenvielfalt. Ina-Maria Schertel weiß von vielen Pflanzen und Tieren, die sich bevorzugt in dem Mulch und den Höhlen ansiedeln - etwa Misteln und Pilze, Moose und Flechten, Steinkauz und Meisen, Fledermäuse und Siebenschläfer.
"Um diese Vielfalt zu schützen und ein Landschaftsbild zumindest in Resten zu erhalten, pflegen an der Landschaft Interessierte die Kopfbäume durch das Köpfen", erklärt Ina-Maria Schertel.

 

Obstbäume

Neues Leben entsteht im Winterschlaf


Dienstag, 24. Februar 2009 09:46
Billwerder. Peter Klock steht im Alten Spritzenhaus am Billwerder Billdeich und hält ein superscharfes Messer in der Hand. In Bauchhöhe setzt er es an. Schnitt. Perfekt.

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Peter Klock
Foto: Wiebke Schwirten

Gärtnermeister Peter Klock ist Fachmann für das Bäume veredeln. Hier zeigt er auf Einladung der Dorfgemeinschaft Billwärder an einer Veredelungsgrundlage (Sämling eines Baumes mit Wurzeln) den geeigneten Schnittpunkt gegenüber einer Knospe.

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Peter Klock
Foto: Wiebke Schwirten

Regina Moritz (vorne rechts) hört besonders aufmerksam zu, als Peter Klock (links) erläutert, wie und wo ihr Edelreiser (einjähriger Trieb eines Apfelbaumes) an die Veredelungsgrundlage gebracht werden kann.

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Peter Klock
Foto: Wiebke Schwirten

Unbedingt notwendig zum Veredeln (von links): eine gute Schere (hier Marke Felco), ein besonderes Gummiband, das sich mit der Zeit auflöst, eine Veredelungsunterlage (ein Baumsämling mit Wurzelballen, hier schon veredelt und mit Folie umwickelt) und ein scharfes Messer mit gerader, starrer Klinge (Kopuliermesser).

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Peter Klock
Foto: Wiebke Schwirten

Der perfekte Schnitt sowohl am Edelreiser als auch an der Unterlage zum Veredeln von Obstgehölzen: Langgezogen und glatt, perfekt aufeinander passend.
Finger und Bauch sind aber noch dran. Vielmehr hat der Gärtnermeister gerade einen einjährigen Trieb eines Apfelbaums durchschnitten. Aber nicht einfach so, sondern in ganz bestimmter Weise.
Peter Klock betreibt in Witzeeze die Baumschule „Südflora“. Er ist ein Fachmann im Veredeln von Obstgehölzen, hat bereits einige Anleitungsbücher darüber verfasst. Bei einem kleinen Seminar im Alten Spritzenhaus am Billwerder Billdeich gab er auf Einladung der Dorfgemeinschaft Billwärder sein Wissen jetzt an Interessierte weiter. Derzeit – die Obstbäume sind im Winterschlaf (Vegetationspause) – ist genau der richtige Zeitpunkt, um Obstgehölze mit einer Technik zu vermehren, die auch ein Laie erlernen kann: mit dem Kopulationsschnitt.
Was beim Fachmann einfach aussieht, ist für den Laien nicht ganz so selbstverständlich. „Man kann es ganz gut an Weidenzweigen üben“, sagt Klock. Denn der perfekte Schnitt ist das A und O der Veredelung. Gebraucht werden: Ein einjähriger Trieb (Edelreiser) des Baumes, der zu neuem Leben erweckt werden soll, und eine so genannte Unterlage, also ein Sämling mit Wurzelballen. Nicht minder wichtig ist geeignetes Werkzeug: eine gute Gartenschere von Felco, ein scharfes, gerades und stabiles Messer, Veredelungsgummiband oder –folie. Derart ausgerüstet geht es los: Gegenüber einer Knospe wird beherzt ein schräger Schnitt an der Veredlungsunterlage gemacht – Nachschnitzen einer vielleicht uneben geratenen Fläche oder Anfassen derselben sind „verboten“. Ist die Schnittfläche nicht ganz plan – noch mal ganz neu ansetzen und schneiden.
Ebenso wird der Edelreiser geschnitten und in einer Länge drei Knospen höher gekappt. Dieses kleine Stück sollte genau auf die Unterlage passen. Dort wird es mit einem Spezialgummiband umwickelt (halber Schlag am Ende) und mit Baumwachs verschmiert oder mit einer Spezialfolie fixiert. Danach geht das Bäumchen in den Pflanzcontainer und drei Wochen später in den Garten. So wachsen auf einem Birnensämling nicht nur Birnen, sondern zum Beispiel auch Quitten, auf einer Apfelunterlage so schöne alte Sorten wie der „Ruhm von Kirchwerder“ oder der „Wohlschmecker aus Vierlanden“. Je nach Unterlage – schwach-, mittel- oder großwüchsig – verhalten sich die veredelten Obstbäume.
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